Brisbane

Von , 1. Dezember 2005 08:08

Brisbane River

Obwohl Tasmanien wirklich schön ist und ich mit Steffi eine Menge Spass hatte, ging es also munter weiter nach Brisbane und damit zurück in die Sonne, zumindestens dachte ich das! Denn dummerweise hat es in den 6 Tagen, die ich dort war, in erster Linie geregnet – ich schreibe das hier gerade, während ich auf meinen Flieger nach Darwin warte und es ist gerade durchgesagt worden, dass der Flughafen aufgrund eines Unwetters auf unbestimmte Zeit geschlossen ist; naja, werde schon irgendwann ankommen, mein Flieger geht ja auch erst in 2 Stunden. Aber hier erst einmal meine Erlebnisse aus Brisbane:

Nach 2,5 Stunden Flug von Hobart nach Brisbane (habe sogar einen der Sitze am Notausstieg bekommen und hatte somit sehr viel Platz für meine Beine, soviel Glück hatte ich heute leider nicht – und dabei ist der Flug nach Darwin einiges länger) und einem ereignislosen Transfer ins Palace Backpackers Hostel war ich am Donnerstag ziemlich geschafft und habe eigentlich nicht mehr viel gemacht und sogar die 3 Irinnen in meinem Zimmer konnten mich nicht dazu überreden, noch mit in die Bar des Hostels zu gehen. Ich sollte vielleicht gleich mal erwähnen, dass es sich dabei um DIE Backpacker Bar in Brisbane handelt und entsprechend 7 Tage die Woche die Post abgeht (wie ich am Montag Abend auch noch hautnah erleben durfte, aber das erzähle ich später).

Fazit zur Stadt: Sehr schön, extrem lebhaft (es ist viel mehr auf den Straßen los als in Sydney; fast schon mit der Hohen Straße in Köln an einem verkaufsoffenen Sonntag vergleichbar), bloß das Wetter ist eher bescheiden – Brisbane ist zwar die Hauptstadt des Sunshine State Queensland, aber das Topwetter sorgt in erster Linie dafür, dass hier gerade eine ganze Menge Flieger Verspätung haben ;).

Am Samstag habe ich tagsüber eigentlich gar nicht soviel gemacht, sondern in erster Linie Mails geschrieben und Fotos sortiert. Abends ging es dann aber auf ein absolutes Highlight – OASIS live im Brisbane Entertainment Center! Nach einer eher langweiligen Vorband (The Checks aus Neuseeland, aber in erster Linie ist mir der eigenwillige Tanzstil des Sängers in Erinnerung geblieben, was nicht unbedingt für die Qualität der Musik spricht) kamen also die Gallaghers auf die Bühne… Nun ist der Besuch eines Oasis-Konzerts ja immer ein wenig riskant, denn wenn die Herren keine Lust oder Backstage bereits zu tief ins Glas geblickt haben, kann so ein Konzert in erster Linie aus an das Publikum gerichtete Beleidigungen bestehen und schneller vorbei sein, als dem geneigten Zuhörer lieb ist. Aber diesmal hatten sie einen guten Abend erwischt, denn abgesehen von einer eher schwachen Performance (zwischen 2 Liedern wird grundsätzlich ein paar Sekunden lang Pause gemacht und an den Instrumente rumgefummelt anstatt einfach überzuleiten) und hoffnungslos überteuerten T-Shirts (wenn wenigstens so etwas wie „Down Under Tour 2005“ draufgestanden hätte, damit ich mit dem Shirt hätte angeben können) war das Konzert einfach fantastisch. Und auch wenn Chris Martin (von Coldplay) das nicht gerne hören wird: Oasis sind noch immer die britische Band mit den besten Melodien und den einfallsreichsten Texten – das sind die Lieder, die ich auch noch in 50 Jahren mitsummen kann und werde! Ansonsten wurde munter das australische Cricket-Team niedergemacht (die haben gerade eine heftige Niederlage gegen die Engländer kassiert), „Cigarettes And Alcohol“ wurde dem gerade aufgrund seines von eben diesen Dingen geprägten Lebensstil verstorbenen George Best gewidmet und das Konzert wurde nach etwas mehr als 90 Minuten mit einem Cover von „My Generation“ beendet. Alles in allem trotz des teuren Tickets ein absolut gelungener Abend, der mich auch darüber hinwegtrösten konnte, dass ich für das Konzert der Foo Fighters am Montag kein Ticket mehr bekommen habe.

Am Sonntag ging es dann auf den Hausberg von Brisbane, Mt. Coot-zha. Der ist aber nicht so hoch wie Mt. Wellington in Hobart und entsprechend fährt ein Bus bis zur Spitze. Da es am Sonntag zur Abwechslung wie aus Eimern geschüttet hat, fiel der Abstieg dann buchstäblich ins Wasser. Nachdem wir ca. einen Kilometer den Berg mehr heruntergerutscht als -gegangen sind und schon ziemlich klitschnass waren, haben wir uns bei einem Haus in den Carpark gestellt und darauf gewartet, dass der Regen ein wenig nachlässt. Und gewartet und gewartet und gewartet… Irgendwann hat sich der Besitzer des Hauses unserer erbarmt und uns zur nächsten Bushaltestelle gefahren (typisch Australier), wo wir dann auf den 20 Metern vom Auto zum Unterstand noch einmal so richtig nass geworden sind. Und typisch: Als wir auf den Bus gewartet haben, hörte es fast direkt auf zu regnen und der Himmel klarte innerhalb kürzester Zeit auf (erwähnte ich bereits meine Aversion für das Brisbane’sche Wetter?). Naja – zurück zum Hostel gefahren, trockene Klamotten angezogen und dann erst einmal zum Starbucks getigert um etwas warmes in den Magen zu bekommen.

Montag stand dann der Besuch in Steve Irwins (das ist der Crocodile Hunter, der Sonntagnachmittags auf RTL 2 zu bewundern ist) Australia Zoo an. Unter anderem gibt es dort die 175 Jahre alte Galapagos Schildkröte Harriet (auf den Fotos zu bewundern), die damit eine der ältesten Kreaturen auf diesem Planeten ist und von Sir Charles Darwin höchstpersönlich vor fast 170 Jahren auf den Galapagos-Inseln gefangen wurde, dann eine ziemlich Odysee durch England und Australien mitgemacht hat und seit Ende der 80er im Australia Zoo lebt.

Aber ich war natürlich in erster Linie wegen der Krokodile da und wurde auch nicht enttäuscht. Der Zoo ist zwar nicht sooo riesig, aber die Hauptattraktion sind auch die verschiedenen Shows (Tiger, Krokodile, Vögel, Schlangen…), die aber leider nicht vom Meister selber durchgeführt wurden, so dass ich zur großen Enttäuschung meiner Mutter auch kein Foto mit ihm machen konnte. Vielleicht hätte ich eine Steve Irwin-Puppe kaufen sollen, aber dafür hatte ich dann leider auch keinen Platz mehr in meiner Tasche. Neben den Shows gibt also noch massig Tiere zu begucken, allerdings hätte ich gedacht, dass die Crocs noch größer werden. Na, werde ich mich wohl im Northern Territory doch noch in einen National Park trauen müssen um die wirklich großen Exemplare zu finden (natürlich aus sicherer Entfernung!).

Zurück in Brisbane wurde ich von meinen Zimmerkollegen (2 Briten und ein Ami) dann auf dem Dach des Hostels zu komischen Trinkspielen „gezwungen“, deren Regeln ich aber zum größten Teil schon wieder vergessen habe. Ende der Geschichte: 2 völlig betrunkene Briten, ein völlig betrunkener Ami und über meinen Zustand will ich gar nicht erst reden. Aber 60 Dosen Bier wollen von 4 Leuten ja auch erst einmal vernichtet werden, über Einzelheiten lege ich aber lieber den Mantel des Schweigens. Nachdem das Bier alle war, sind wir dann auch noch in die Bar gestolpert (ein Wunder, dass die uns noch hereingelassen haben), es war diesmal aber nicht sehr viel los, weshalb wir jeweils einen Krug Bier (Montags-Sonderangebot) geleert haben und der Abend dann sehr früh für beendet erklärt wurde – wir hatten aber auch ganz Australien-typisch sehr früh angefangen. Schlussendlich war ich deshalb am Dienstag ziemlich inaktiv und habe in erste Linie Fotos hochgeladen und den Tasmanien-Bericht online gestellt während ich darauf gewartet habe, endlich zum Flughafen zu können, womit wir wieder am Anfang der Geschichte angekommen wären. Der Flughafen ist mittlerweile wieder geöffnet und es sieht fast so aus, als würde ich heute doch noch pünktlich nach Darwin (nicht der bereits erwähnte Schildkröten-Fänger Sir Charles sondern die Stadt an der Nordküste Australiens) kommen; und vielleicht ist es auch ganz gut, dass ich schon an den Regen gewöhnt bin, denn im Northern Territory ist gerade Regenzeit, es wird aber trotzdem lockere 40° Celsius warm.

2 Antworten für “Brisbane”

  1. janne sagt:

    weiss doch jeder, dass man sich nie briten bei trinkspielen anschliesst- anfängerfehler!

  2. MUslar sagt:

    OASIS – unsagbarer NEID kommt auf …grrrrr…..

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