So, schnell noch Gedanken zum gestrigen Tage
Da ich ja versprochen habe ab jetzt wieder regelmäßig zu bloggen gibt es hier einen Bericht vom Freitagabend – eigentlich sind ja Semesterferien, nur ich darf mich hier noch mit meine Postgraduate-Business-Kursen rumschlagen. Das bedeutet u.a., dass so ungefähr jeder meiner Bekannten im Augenblick auf Rundreise ist, nur ich darf in den nächsten 4 Wochen insgesamt 4 Seminararbeiten einreichen und 2 Präsentationen halten, von der zu programmierenden Website will ich gar nicht reden, die ist nämlich glücklicherweise schon fertig.
Worauf ich hinaus will: Es ist kein Mensch hier, weshalb ich davon ausgegangen bin, den gestrigen Freitagabend arbeitenderweise am Schreibtisch zu verbringen – bis pünktlich um 19.30 Uhr Jan sich über ICQ meldete und vergnügt verkündete, dass in seiner Haus-WG eine der berühmten kanadischen Lehramtsparties stattfindet. Kanadische Lehramtsparty deshalb, weil diese Parties immer von Jans kanadischer Mitbewohnerin organisiert werden und sich deshalb in erster Linie KanadierINNEN (Steffen schnalzt vermutlich gerade mit der Zunge) auf diesen Parties befinden, die auch noch alle Lehramt studieren.
Ich also zur Party hin, verlief auch relativ unspektakulär (abgesehen davon, dass ich den ersten australischen Fußballfan getroffen habe, da konnte ich endlich mal jemanden mit dem glorreichen 4-3 der deutschen Elf über die Socceros piesacken), bis wir um ca. 1 Uhr weiter in die Stadt getigert sind. Nach ca. einer Stunde im Finnigan’s (ist ein Irish Pub) bin ich kurz raus, um zu schauen, wann mein nächster Bus fährt – natürlich erst eine Stunde später, weshalb ich wieder zurück in den Pub wollte. Aber nix da, der Türsteher hat mich glatt draußen stehen lassen, mit dem Hinweis ich wäre auf der Straße zu laut gewesen (ich sollte vielleicht erwähnen, dass Jan mit mir zur Bushaltestelle gegangen ist).
Da stand ich also doof vor der Bar, dabei war ich noch nicht einmal richtig betrunken, so eine Frechheit… man muss dazu wissen, dass die Türsteher sich hier ein wenig anders in Deutschland verhalten, d.h. die sind weitaus rigoroser darin, irgendjemanden vor die Tür zu setzen und es befindet sich auch weitaus mehr Security in den Bars. Jeder meiner Bekannten ist hier schon mindestens einmal aus einer Bar geflogen, für mich war das gestern dann gleich das zweite Mal.
Deswegen hier mal ein paar Begebenheiten, die laut australischem Sicherheitspersonal (die auch nicht intelligenter als in Deutschland sind) zu einem Freiflug führen:
- Flo begrüsst einen Bekannten und legt ihm die Hand auf die Schulter – laut Security war Flo nicht mehr fähig gerade zu gehen und sollte deswegen die Bar verlassen (nach kurzer Diskussion durfte er dann doch bleiben)
- Mike stolpert in einer Bar als er die letzte Stufe der Treppe runtermarschiert – danach durfte er den Laden durch den Hinterausgang verlassen (der Vorderausgang war genau 2 Meter von besagter Treppe entfernt)
- Gleiche Treppe, diesmal bin ich das Opfer: Ich marschiere die Treppe hoch und bleibe mit einem Fuss an einer Stufe hängen – der nette Sicherheitsmensch wollte mich dann auch erst rausschmeißen, ich durfte dann aber doch bleiben.
- Naomi bekam dank ihres Silberblicks (den sie immer hat, wenn sie müde ist) bei der Bestellung eines Weins erstmal ein Glas Wasser in die Hand gedrückt, mit dem Hinweis, dieses bitte erst zu leeren, anschließend bekäme sie dann auch einen Wein. Kaltes Wasser bekommt man hier übrigens dank einer gesetzlichen Vorschrift in jeder Bar für umsonst.
Da gerade die spannende Phase der heutigen Touretappe beginnt und ich immer noch hoffe, dass Vinokourov dem Armstrong ganz gewaltig in den Hintern tritt, soll es das an dieser Stelle dann erst einmal gewesen sein, mir fallen aber bestimmt noch ein paar Punkte ein, so dass ich die Liste erweitern kann und werde.
haha – hättest Du das vorher gewusst wärst Du nicht noch Down Under geflogen